Walter Kolb – der Bürgermeister mit dem Presslufthammer
Monika Gemmer
Als Walter Kolb die Stadtregierung übernimmt, gleicht Frankfurt einem Trümmerhaufen. Bis heute ist er der legendärste, wenn nicht gar der beste OB, den Frankfurt je hatte.
Als er die Stadtregierung übernahm, glich Frankfurt einem Trümmerhaufen. Walter Kolb (SPD) war nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 der erste demokratisch gewählte Bürgermeister der Mainmetropole. Sein Wunsch lautete: "Seid einig für unsere Stadt." Die Älteren mögen den beliebten und beleibten Bürgermeister noch miterlebt haben, die Jüngeren erinnert unter anderem eine Straße in Sachsenhausen an ihn. Während seiner zehnjährigen Amtszeit leistete Kolb Großes für die Stadt: Seine Hauptaufgaben lagen darin, die Nachkriegsnot zu lindern und die Stadt wiederaufzubauen. Seine Regierung schuf die Grundlagen für die heutige wirtschaftliche Stellung und das moderne Bild Frankfurts.
Bonn oder Frankfurt? So lautete 1948/49 die heftig diskutierte Alternative in der Frage, welches die Hauptstadt der künftigen westdeutschen Republik werden solle. Frankfurts Aussichten galten lange Zeit als glänzend. Doch der listige Rheinländer Konrad Adenauer trickste die siegesgewissen Frankfurter aus.