Sachsenhausen

Die Sage über Frankfurts Entstehung

Karl Simrock
Die Erzählung der Chronisten ist ein schlagendes Beispiel, wie wunderbar sich im Munde des Volkes Wahres und Falsches, Geschehenes und Erdichtetes zu verschmelzen scheint, und wie reich an historischem Gehalt eine Sage immer noch sein kann, wenn sie auch einzelner Abweichungen von der Geschichte überführt worden ist. Von den unwahrscheinlichen Nebenumständen abgesehen, enthält Thietmars Erzählung die reine Wahrheit. Allerdings knüpft sich Frankfurts erstes Erblühen an Karl den Großen und seine Sachsenkriege, und die Furt ...


Frau Rauscher, allein zu Haus

Frankfurter Rundschau
Ebbelwei-Viertel "In den 90er Jahren ist es mir noch passiert, dass mich ein Kellner in einer Bornheimer Apfelweinwirtschaft fast verprügelt hätte, weil ich ein Bier bestellen wollte", schreibt der Autor Jürgen Roth in "Beim Apfelwein". Darin schreiben Frankfurter Schriftsteller, Satiriker und Journalisten über Ereignisse, die sich in Örtlichkeiten zugetragen haben, die man Apfelweinkneipen nennt. Also Lokale, in denen Fragwürdiges passiert, in denen nicht nur Biertrinker unnett behandelt werden, sondern in denen auch der schüchtern vorgetragene Wunsch nach einem Süßgespritzten mit Hausverbot auf Lebenszeit bestraft wird. Solche Sachen.


Auf einem schönen Boden

Matthäus Merian der Ältere
Diese deß Heiligen Römischen Reichs hochberümbte Statt / ligt zwischen dem Franckenland / Ober-Hessen / unn dem Rhein / in dem Theil der Wetterau / so die / Drey-Eiche / oder Ayche / genannt wird / fast an den Fränkischen Grenzen / auff einem schönen Boden / und an dem Schiffreichen / und vornehmen Fluß Mayn / der sie in zween ungleiche Theil abtheilet / deren der kleinere Sachsenhausen genant / und dem Grössern mit ...


Nichts als einige alte Tapeten

Maximilien Misson
Diese Stadt ist größer als Mainz, auch reicher, schöner und stärker bewohnt, sie hat auch die Ehre, eine freie Reichsstadt zu sein. Die Festungswerke, so in 11 Hauptpastein bestehen, scheinen zwar gut, aber doch nicht ohne alle Mängel zu sein. Sie liegt ganz eben und hat keine Vorstädte. Die Häuser sind meistens aus roten Steinen oder aus Holz und Leim aufgeführt und mit Schiefer bedeckt. Die Kommunikation aber der Stadt Frankfurt mit Sachsenhausen geschieht durch ...


Galgenfrist beim Deutschherren-Orden

Fynes Moryson
Auf der Südseite fließt der Main vorbei und teilt die neue Stadt von der alten. In der neuen und kleineren, Sachsenhausen genannt, steht ein Haus, dem Deutschen Orden gehörig, das nach altem Herkommen bis auf unsre Tage eine Freistätte für Bankrottierer und Totschläger ist, wenn es nicht etwa vorsätzliche und heimtückische Mörder sind. Aber sie genießen dieses Vorrecht nur für 14 Tage, wenn also die Zeit nahezu vorbei ist, oder bei einer günstigen Gelegenheit, stehlen ...


Die Widerspenstigkeit der Sachsenhäuser

Johanna Schopenhauer
Frankfurt ist jetzt nicht nur eine der reichsten, auch eine der schönsten Städte in Deutschland. Große, palastähnliche Häuser der reichen Bewohner ziehen sich in langen Reihen durch viele Straßen hin, und auch die bescheidenen Wohnungen des Mittelstandes erscheinen zierlich, anständig und zeugen von hohem Lebensgenuss. Das, mir so liebe, reichsstädtische Ansehen ist der Stadt geblieben; man sieht, dass nicht der Wille eines Einzigen diese schönen Gebäude alle erstehen ließ, sondern dass jeder Besitzer baute, wie ...