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Religionen

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Die Oberschicht der Ratsherren

Matthäus Merian der Ältere
Es werden die Bürger in drei Ordnungen abgeteilt. Die erste ist der Geschlechter im alten Limpurg, welches Haus an den Römer oder das Rathaus zur rechten Hand stoßet. In der andern sein diejenige, so den Geschlechtern am nächsten, als die keine Handwerk, sondern Handlungen treiben oder von ihren väterlichen Renten und Einkommen leben und ihre Zusammenkunft im Frauenstein haben, welches Haus auf der linken Seite des besagten Römers liegt. Die übrigen Bürger haben ihre gewissen ...


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Katholisch inkognito

Maximilien Misson
Der Rat und die Bürger sind evangelisch, die Katholischen aber haben die Haupt-Kirche, in welcher die neu erwählten Kaiser pflegen gekrönt zu werden. Die Hostie wird auf den Gassen nur inkognito getragen, auch sonst keine Prozession gehalten. Die daselbst wohnenden Reformierten halten ihren Gottesdienst zu Bockenheim, eine kleine Stunde von Frankfurt, in der Grafschaft Hanau. Jedoch müssen sich neue Eheleute von der letzteren Religion in der evangelischen oder lutherischen Kirche trauen, auch ihre Kinder ...


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Unter dem Verdacht der Spitzbüberei

Maximilien Misson
Es sind eine große Menge Juden zu Frankfurt, welche aber gegen die Amsterdamer zu Bettler halten. Sie haben ihre besondere Kleidung in schwarzen Mänteln mit einem runden Gekröse und tragen gespitzte Bärte. Sie gehen von einer Herberge zur anderen und bieten den Fremden ihre Waren an, man muss sich aber wohl vor ihnen in Acht nehmen,weil sie durchgehend in starkem Verdacht der Spitzbüberei sind. So müssen sie auch, wenn Feuergefahr ist, Wasser zutragen und ...


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Unter Lutheranern muss ich sterben

Zeitzeuge
Ich, Don Augustin de Anaya Ponce de Leon, gebürtig aus der Stadt Marchena und Sohn des Don Juan de Anaya und der Donna Maria Ponce de Leon, durch den Spruch des Magistrats der Stadt Frankfurt zum Tode verurteilt, vermache folgendes Testament: Meinen Körper übergebe ich der Erde und die Seele meinem Schöpfer, unserm Herrn Jesus Christus. Alle meine Habseligkeiten in Marchena und anderen Orten vermache ich den Armen; sie mögen zum Wohle meiner Seele Gutes ...