Kindsmord: Susanna Margaretha Brandt
Frankfurter Rundschau
Kein Bild, nirgends. Die Historikerin Rebekka Habermas und das Team des Frankfurter Instituts für Stadtgeschichte haben über Wochen in Archiven, Magazinen, Bibliotheken und Grafik-Kabinetten vergeblich danach gesucht. Überall Fehlanzeige: Es gibt weder ein zeitgenössisches Porträt noch ein postum gefertigtes Konterfei von Susanna Margaretha Brandt. Dabei war die Kindsmörderin zu Lebzeiten und auch noch in ihrer Todesstunde - die Hinrichtung erfolgte 1772 auf dem Paradeplatz vor der Hauptwache - eine in Frankfurt berühmt-berüchtigte Person. Sie brachte es auch zu weltweitem literarischen Nachruhm: Johann Wolfgang Goethe nahm sich die Delinquentin als Vorbild für die Figur des Gretchen in der Faust-Tragödie.

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