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	<title>Frankfurt Story &#187; Bornheim</title>
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	<description>Die Stadt. Die Menschen. Die Geschichte.</description>
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		<title>Nordend: Warum keiner so recht wei&#223;, wo es ist</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Mar 2011 09:07:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Monika Gemmer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[1877: Das Dorf Bornheim wird eingemeindet, und auf der Fl&#228;che zwischen diesem neuen Frankfurter Stadteil und der Innenstadt - dort also, wo einstmals das n&#246;rdliche Ende Frankfurts war - baut man Gr&#252;nderzeith&#228;user und breite Alleen. Viele Nordend-Bewohner halten sich heute f&#252;r Bornheimer.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.frankfurt.frblog.de/wp-content/images/nordend_karte.jpg" title="Nordend in seiner heutigen Ausdehnung, markiert auf einer Karte aus dem 17. Jahrhundert / Quelle: Wikimedia" rel="lightbox[1032]"><img src="http://www.frankfurt.frblog.de/wp-content/images/nordend_karte-150x150.jpg" alt="Nordend" title="Nordend in seiner heutigen Ausdehnung, markiert auf einer Karte aus dem 17. Jahrhundert" width="150" height="150" class="left" /></a> Entstanden ist das Nordend im 19. Jahrhundert auf den Hangwiesen zwischen den abgetragenen Wallanlagen und dem Dorf Bornheim, das damals <a href="http://www.frankfurt.frblog.de/bornheim">den Ruf einer Am&#252;siermeile</a> hatte. Bornheim wurde 1877 eingemeindet, und auf der Fl&#228;che zwischen der Innenstadt und dem neuen Stadtteil Bornheim &#8211; dort also, wo einstmals das n&#246;rdliche (pr&#228;ziser: das nord&#246;stliche)  Ende Frankfurts war &#8211; baute man die f&#252;r die Gr&#252;nderzeit typischen breiten Alleen und H&#228;user im wilhelminischen Stil mit rotem Sandsteinsockel. Das Nordend nahm seine Gestalt an, f&#252;r die es bis in die heutige Zeit gesch&#228;tzt wird &#8211; bei Bewohnern ebenso wie bei Vermietern und Investoren.<span id="more-1032"></span></p>
<p> Und bis heute macht diese Entwickungsgeschichte auch die Grenzziehung schwer: Wo endet das Nordend, wo f&#228;ngt Bornheim an? Beide Viertel wuchsen aufeinander zu, und viele der heute 54.000 Nordend-Bewohner halten sich f&#252;r Bornheimer. Das ist der durch beide Stadtteile verlaufenden Berger Stra&#223;e geschuldet, die nur am obersten Ende durch Bornheim verl&#228;uft, sonst aber zweifelsfrei im Nordend liegt. Und die Aufsplittung des beliebten und dicht besiedelten Viertels in Nordend-Ost und Nordend-West macht die Sache nicht leichter.</p>
<p><a href="http://www.frankfurt.frblog.de/wp-content/images/holzhausenschloesschen.jpg" title="Holzhausenschl&#246;sschen / Bild: Monika Gemmer" rel="lightbox[1032]"><img src="http://www.frankfurt.frblog.de/wp-content/images/holzhausenschloesschen-150x150.jpg" alt="Holzhausenschl&#246;sschen" title="Holzhausenschl&#246;sschen" width="150" height="150" class="right" /></a> An die Zeiten, als in dieser Gegend noch l&#228;ndliche &#214;de herrschte, die nur von Gutsh&#246;fen unterbrochen wurde, erinnern der Oeder Weg, der Bertramshof (heute vom Hessischen Rundfunk genutzt) und das Holzhausenschl&#246;sschen, im 18. Jahrhundert von der Frankfurter Patrizierfamilie Holzhausen errichtet und heute, umringt von Wasser und Park, beliebte Kulisse f&#252;r Hochzeiten &#8211; die Autorin muss es wissen, sie hat selbst dort geheiratet. </p>
<p> Es gibt hervorragende Gr&#252;nde, im Nordend beheimatet zu sein. Beispielsweise eine un&#252;berschaubare Menge an Kneipen und Bars: von der &#8220;Wielandstubb&#8221;, wo Joschka Fischer und <a href="http://www.frankfurt.frblog.de/daniel-cohn-bendit">Daniel Cohn-Bendit</a> Skat kloppten, als Gr&#252;n noch keine politische Farbe war, bis zur j&#252;ngsten Wasserstelle, keine f&#252;nf Minuten davon entfernt, dem &#8220;Feinstaub&#8221;. </p>
<p><a href="http://www.frankfurt.frblog.de/wp-content/images/nordend.jpg" title="Blick aufs Nordend / Bild: Eva Kr&#246;cher, CC-Lizenz 2.5" rel="lightbox[1032]"><img src="http://www.frankfurt.frblog.de/wp-content/images/nordend-150x150.jpg" alt="Blick aufs Nordend" title="Blick aufs Nordend" width="150" height="150" class="left" /></a> Das Nordend nimmt f&#252;r sich in Anspruch, Keimzelle der Gr&#252;nen zu sein. Immerhin haben sich SPD und CDU damit abgefunden, dass der hiesige Ortsbeirat sch&#228;tzungsweise auf ewig von den Gr&#252;nen dominiert wird. Und dann sieht die charmant patinierte Baumasse noch aus wie eine WG an der n&#228;chsten. Sind zwar inzwischen meist Eigentumswohnungen, aber Image ist ja auch ein irgendwie urbaner Charakterzug. <em>Monika Gemmer / Peter Rutkowski</em></p>
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		<title>Vor 111 Jahren: Frankfurt in Aufbruchstimmung</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Dec 2010 15:53:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia Michels</dc:creator>
				<category><![CDATA[19. Jahrhundert]]></category>
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		<description><![CDATA[Chronik 1899: Im Jahr des Aufbruchs und des Aufschwungs erfolgte ein Wandel ohne soziale Spannungen.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.frankfurt.frblog.de/wp-content/images/1880_alte_oper.jpg" title="1880, zur Er&#246;ffnung der Alten Oper, fuhren die Stra&#223;enbahnen in Frankfurt noch mit Pferdest&#228;rke. Zwei Jahrzehnte sp&#228;ter ging diese Zeit zu Ende, die Elektrische kam. / Bildquelle: Wikimedia" rel="lightbox[2152]"><img src="http://www.frankfurt.frblog.de/wp-content/images/1880_alte_oper_th.jpg" alt="Stra&#223;enbahn" class="left"/></a>Vor 111 Jahren, zum Jahreswechsel 1899, hat Frankfurt sich m&#228;chtig breitgemacht. Allenthalben wird, so ist es im &#8220;Frankfurter Jahrbuch 1899&#8243; festgehalten, &#8220;riesiges Terrain parzellirt und sch&#246;n bebauten Stra&#223;en und ger&#228;umigen Pl&#228;tzen und Alleen Raum gegeben&#8221;. Weil die Stra&#223;enbahn seit jenem Jahr elektrisch f&#228;hrt, verschwindet der Pferdemist von den Stra&#223;en. Auch ist &#8220;die Stadt von der Neuverwendung des Holzpflasters abgekommen&#8221;. In &#8220;den verkehrsreichsten Stra&#223;en wird jetzt Stampf-Asphalt angewendet&#8221;. <span id="more-2152"></span><br />
Blau und nur ein bi&#223;chen fleckig hat das in Leinen gebundene Jahrbuch 1899 die mehr als hundert Jahre &#252;berlebt. Der silbrige Frankfurter Adler vor orangerotem Hintergrund leuchtet auf dem Einband links oben ungebrochen. Heinrich Wolf ist der Autor, und als Einstieg in die 232-Seiten-Chronik w&#228;hlt er den ewigg&#252;ltigen Satz: &#8220;Rasch rollt das Rad der Zeit dahin.&#8221;</p>
<p>Damals muss es damit angefangen haben, dass hier die R&#228;der immer ein bisschen schneller laufen als anderswo. Die Stadt hatte sich zur Gr&#246;&#223;e entschlossen. Ziemlich emotionslos listet &#8220;der getreue Chronikenschreiber&#8221; jene Gassen auf, die zugunsten neuer &#8220;Stra&#223;enz&#252;ge, welche zur Erschlie&#223;ung der Altstadt dienen&#8221; sollen, bereits &#8220;von der Bildfl&#228;che verschwunden&#8221; sind. Wo historische und altbekannte Geb&#228;ude wie die H&#228;user &#8220;Zum gro&#223;en Goldstein&#8221;, &#8220;Zum Kalbskopf&#8221;, &#8220;Zum alten Raben&#8221; oder &#8220;Zum heiligen Geist&#8221; abgebrochen wurden, f&#252;hren jetzt Bethmannstra&#223;e oder Stiftstra&#223;e durch.</p>
<p>Das Dorf Bornheim hat die ausufernde Stadt 1877 geschluckt, 1895 war die Stadt Bockenheim dazugekommen. Jetzt bereitet der tatkr&#228;ftige Oberb&#252;rgermeister Franz Adickes die Eingemeindung von Niederrad, Oberrad und Seckbach vor. Hingegen ist die Umgestaltung der R&#246;mer-Fassade im gotischen Stil, &#8220;unter Beth&#228;tigung eines feinen Kunstsinnes, beendigt&#8221;. Kann sein, dass das Schn&#246;rkelkleid f&#252;r das mittelalterliche Ensemble dem einen oder anderen nicht passt: &#8220;M&#246;gen zur Zeit auch noch manchem, der an die n&#252;chternen Drei Giebel gewohnt ist, die Farben etwas zu grell, die Statuen zu g&#252;lden und die Wasserspeier zu unn&#252;tz vorkommen&#8221;, r&#228;umt der Jahrbuch-Chronist ein &#8211; &#8220;ein sp&#228;teres Geschlecht wird dem Meister Dank wissen&#8221;.</p>
<p>Auf dem Weg nach &#8220;Gro&#223;-Frankfurt&#8221;: &#8220;Im Westen und im Norden schreitet die Stadt ohne Rast vorw&#228;rts.&#8221; Die &#8220;neuen Stra&#223;enz&#252;ge s&#252;dlich der Bockenheimer Landstra&#223;e werden schnell bebaut sein&#8221;. Ebenso rasch &#8220;verschwindet der Rothschildsche Acker zwischen Friedberger Landstra&#223;e und Burgstra&#223;e&#8221;. Das Industrie-Viertel an der Galluswarte &#8220;n&#228;hert sich mit Riesenschritten der Gemarkung Griesheim&#8221;. Sachsenhausen hat sich &#8220;durch die gro&#223;artigen Erweiterungen des Schlacht- und Viehofs in &#246;stlicher Richtung bedeutend ausgedehnt&#8221;. Und auch die Forsthaus- und Sandhofstra&#223;e, &#8220;mit den aus der Erde<br />
wachsenden Villen, bieten dem Auge des Beschauers ein Bild kr&#228;ftiger<br />
Fortentwicklung&#8221;.</p>
<p><strong>&#8220;Viele schlimme Elemente&#8221; auf der Zeil</strong></p>
<p>Der gro&#223;e, b&#228;rtige <a href="http://www.frankfurt.frblog.de/franz-adickes">Franz Adickes</a> verstand es eben, so res&#252;miert der Stadthistoriker Wolfgang Kl&#246;tzer, &#8220;Frankfurt auf allen Bereichen weltst&#228;dtisches Flair zu geben&#8221;. Was durchaus auch seine Schattenseiten hatte. Nicht nur, weil mit &#8220;der sogenannten Citybildung&#8221; nach der Bewertung des Historikers Wilfried Forstmann im Herzen der Stadt auch die Verdr&#228;ngung von Bewohnern durch Ladengesch&#228;fte beginnt. Laut Jahrbuch 1899 birgt die werdende Gro&#223;stadt mit ihrer auf eine Viertelmillion Menschen gewachsenen Bewohnerschar &#8220;in ihrem Schoo&#223;e viele schlimme Elemente&#8221;.</p>
<p>Gegen derartige &#8220;verd&#228;chtige Gesellen&#8221;, die sich am liebsten &#8220;in der Neujahrsnacht auf der Zeil und den in dieselbe einm&#252;ndenden Stra&#223;en zum Scandalmachen vereinigen&#8221;, ist zu Beginn des Jahres allerdings entschlossene Vorsorge getroffen: &#8220;Ein starkes Aufgebot von Schutzleuten zu Fu&#223; und zu Pferde hatte unter dem Commando des energischen Polizei-Hauptmanns Gadamer die Zeil besetzt.&#8221;</p>
<p>Doch ist es ein gutes, ein Jahr des Aufbruchs und Aufschwungs, geworden. Chronist Heinrich Wolf registriert &#8220;einen fast zu sehr sich entwickelnden Unternehmungsgeist&#8221;, der sich auch darin zeige, &#8220;da&#223; der Consum in den Artikeln des t&#228;glichen Verbrauchs, in Mehl und Brod, in Fleisch, in Bier und Wein, in Thee und Chocolade, in Conserven und anderen Nahrungs- und Genu&#223;mitteln ein steigender war&#8221;. Da empfiehlt sich im Anzeigenteil des Jahrbuchs das Kaufhaus M. Schneider auf der Zeil f&#252;r &#8220;Seiden-, Manufactur- und Modewaaren&#8221; als &#8220;Reelle und billigste Einkaufsquelle&#8221;. Hoflieferant Wilhelm B&#252;ttel in der gro&#223;en Sandgasse 8, das &#8220;Specialgesch&#228;ft f&#252;r Bureau-Bedarf&#8221;, hat &#8220;Comptoir-Sessel&#8221;, &#8220;Excelsior-Copir-Maschinen&#8221; sowie die &#8220;verschiedensten amerikanischen und deutschen Schreibmachinen&#8221; im &#8220;Verkauf und auf Lager&#8221;. In &#8220;Schellenberg&#8217;s Kaisermagazin&#8221;, &#8220;dem Mittelportale der Hauptpost gegen&#252;ber&#8221;, bekommt der Frankfurter &#8220;aechte Broncen, Gold- und Silberbijouterie&#8221; und findet eine &#8220;permanente Ausstellung completer Musterk&#252;chen&#8221; vor.</p>
<p>Wohl hat Frankfurt sich damals nach der Bewertung von Wolfgang Kl&#246;tzer &#8220;in k&#252;rzester Zeit in einer Weise ver&#228;ndert, wie in keiner Periode je zuvor&#8221;. Doch der Wandel &#8220;vollzog sich im wesentlichen ohne soziale Spannungen&#8221;: Auch die &#8220;in die Stadt str&#246;menden Arbeitswilligen fanden ihr Auskommen&#8221;. Allein bei der Anilinfarbenfabrik Leopold Cassella &#038; Co. sind &#252;ber 2050 Chemiker, Techniker, Kaufleute und Arbeiter besch&#228;ftigt. &#8220;Der Intelligente und Strebsame verstand es wohl&#8221;, so Kl&#246;tzer, &#8220;rasch aufzusteigen.&#8221;</p>
<p><strong>Dr. Ehrlich br&#252;tet in seinem Arbeitszimmer</strong></p>
<p>1899 wird der Commerzienrath Alfred von Neufville zum Pr&#228;sidenten der Handelskammer gew&#228;hlt und l&#246;st dort den Geheimen Commerzienrath Max von Guaita ab. Am Philanthropin nimmt &#8220;im festlich geschm&#252;ckten Turnsaale Director Dr. Hermann Baerwald seinen Abschied&#8221;; zum Nachfolger beruft man &#8220;Herrn Dr. Adler von Berlin&#8221;. Im Berliner Reichstag werden Frankfurt und die Sozialdemokratie weiter von dem &#8220;confessionslosen&#8221; Lithographen Heinrich Wilhelm Schmidt vertreten.</p>
<p>Zuhause ersetzt Dr. Adolf Varrentrapp im &#8220;zweith&#246;chsten Ehrenamt unserer Vaterstadt&#8221; den zweiten B&#252;rgermeister, &#8220;Herrn Dr. Heussenstamm&#8221;, der sich in 19 Jahren Amtszeit besonders &#8220;um die &#220;berleitung der Quellwasserleitung in st&#228;dtischen Besitz verdient&#8221; gemacht hat.</p>
<p>Der Geheimrat Professor Dr. Paul Ehrlich br&#252;tet, von hoch aufgestapelten Arbeitsbl&#228;ttern und Kladden eingerahmt, in seinem Arbeitszimmer am Institut f&#252;r experimentelle Therapie &#252;ber neuen For meln. Richard Strau&#223; dirigiert im &#8220;Museum&#8221; die Urauff&#252;hrung seines &#8220;Ein Heldenleben&#8221; und &#228;u&#223;ert sich sp&#228;ter belu stigt &#252;ber das hiesige Publikum. Die Ballonfliegerin K&#228;thchen Paulus &#252;bt beim Zoo ihre k&#252;hnen Fahrten und kommt bei der &#8220;Wohll&#246;bl. Direction der Farbwerke Hoechst&#8221; um 25 cbm Wasserstoffgas zum Nachf&#252;llen ein. Der Maler Hans Thoma aber zieht, &#8220;dem Rufe seines Landesherrn, dem hochsinnigen Gro&#223;herzog von Baden folgend&#8221;, nach Karlsruhe davon, um dort &#8220;die Stellung eines Galeriedirectors einzunehmen&#8221;.</p>
<p>Frankfurt wird Gro&#223;stadt &#8211; und zeigt sich dabei als eine geschlossene, einige Gesellschaft. Als am 27./28. August 1899 Johann Wolfgang Goethes 150. Geburtstag zu feiern ist, sind &#8220;nicht nur Patricier und B&#252;rgerkreise, nein, auch die Arbeiterschaft&#8221; dabei. Und jeder, so ist es in der Jahreschronik festgehalten, &#8220;wu&#223;te, wen er ehrte, indem er Goethe, dem Culturbringer der ganzen Welt, seine Huldigung darbrachte&#8221;.</p>
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		<title>Preu&#223;ische Provinzstadt Frankfurt</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Dec 2009 16:50:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Monika Gemmer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hufe klappern &#252;ber Kopfsteinpflaster. Ein Pferdeomnibus f&#228;hrt Sonntagsausfl&#252;gler zum Oberforsthaus, andere pilgern &#252;ber die Heide in den Nachbarort Bornheim zum Tanz. Oder zur neuen Galopprennbahn nach Niederrad. Oder flanieren &#252;ber den Ro&#223;markt, der noch direkt in die Hauptwache &#252;bergeht, und setzen sich unter die B&#228;ume des Goetheplatzes. Eigentlich wie immer. Freies Sonntagsleben in einer freien [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.frankfurt.frblog.de/wp-content/images/1866_preussische_besetzung.jpg" title="Einmarsch preu&#223;ischer Truppen in der Freien Stadt Frankfurt am 16. Juli 1866.  Bleistiftzeichnung von Johann Heinrich Hasselhorst. / Bildquelle: Wikimedia Commons" rel="lightbox[308]"><img src="http://www.frankfurt.frblog.de/wp-content/images/1866_preussische_besetzung_th.jpg" alt="" class="left"/></a>Hufe klappern &#252;ber Kopfsteinpflaster. Ein Pferdeomnibus f&#228;hrt Sonntagsausfl&#252;gler zum Oberforsthaus, andere pilgern &#252;ber die Heide in den Nachbarort Bornheim zum Tanz. Oder zur neuen Galopprennbahn nach Niederrad. Oder flanieren &#252;ber den Ro&#223;markt, der noch direkt in die Hauptwache &#252;bergeht, und setzen sich unter die B&#228;ume des Goetheplatzes. Eigentlich wie immer. Freies Sonntagsleben in einer freien Stadt. Aber das ist Frankfurt nicht mehr. <span id="more-308"></span></p>
<p>Die Welt schreibt das Jahr 1866. Preu&#223;en hat Frankfurt einkassiert. 500 Jahre als freie Stadt sind perdu. Frankfurt, bis dato noch Sitz des Bundestags, der im Thurn- und Taxis’schen Palais tagte, ist Kreisstadt geworden. Preu&#223;isches Provinznest. &#8220;Die alt Kaiser- und neu Kreisstadt&#8221;, frotzelt Friedrich Stoltze, Dichter und kritischer Kolumnist in der &#8220;Frankfurter Latern&#8221; bitter.</p>
<p>Dabei hatte sich das 19. Jahrhundert so vielversprechend angelassen: In den Jahren 1806 bis 1810 f&#228;llt das enge Korsett der Befestigungsmauern, die Wallanlagen werden zum gr&#252;nen G&#252;rtel, der Goethes Mutter Aja schw&#228;rmen l&#228;sst: &#8220;Um die ganze Stadt zieht sich ein Park.&#8221; Und sie kann wachsen. Villen entstehen an der Chausee zum Nachbarort Bockenheim, die Bebauung an der Eschersheimer Chausee r&#252;ckt bis zum Gr&#252;neburgweg vor.</p>
<p>Als Sahneh&#228;ubchen der Wiener Kongress: 1813 wird Frankfurt als Freie Reichstadt festgeschrieben, 1816 zieht der Bundestag an den Main. Und jetzt platzen die Preu&#223;en rein, schlagen ein neues Kapitel auf. Eine neue H&#228;utung, die Frankfurt radikal in eine neue Zeit katapultiert. </p>
<p>Der Schmach folgen ein nie dagewesener wirtschaftlicher Aufschwung und gesellschaftliche Modernisierung. &#220;berf&#228;llig: Denn im selbstgen&#252;gsamen Dasein ihrer freien Stadt mit strenger Zunftordnung, St&#228;ndewesen, Steuer- und Zollsystem haben die Frankfurter den Zug der Zeit verschlafen. Die Bedeutung der Messe ist hinter Leipzig verblasst, als Handelsstadt hat Frankfurt an Bedeutung verloren.</p>
<p>Mit der preu&#223;ischen Obrigkeit setzt nun aber auch in Frankfurt ein, was andernorts nicht mehr aufzuhalten ist: Die industrielle Revolution. Der alte Zunftzopf wird abgeschnitten, die Obrigkeit des Senats abgeschafft, fortan d&#252;rfen B&#252;rger ihre Stadtverordnetenversammlung w&#228;hlen und fortan gilt jeder als Frankfurter, der in die Stadt zieht &#8211; auch ohne eine Eingesessene heiraten zu m&#252;ssen.</p>
<p>Die Bev&#246;lkerungszahl steigt rasant. Nordend und Ostend entstehen, Betriebe er&#246;ffnen, die G&#228;rten um den Stadth&#228;usern werden bebaut. Nach dem deutsch-franz&#246;sischen Frieden, 1871 im Gasthof &#8220;Zum Schwan&#8221; am Steinweg besiegelt, ist der Aufschwung nicht aufzuhalten. 1877 wird Bornheim, eingemeindet, bis 1900 folgen die Stahlindustriestadt Bockenheim, Seckbach, Niederrad und Fechenheim. Die Einwohnerzahl hat sich von 1866 bis 1900 auf gut 400 000 verdreifacht.</p>
<p>Und die Frankfurter geben sich selbstbewusst, erm&#246;glichen im Verlauf der 1870er und 80er Jahre wichtige Bauten: den Eisernen Steg, Unter- und Obermainbr&#252;cke, Opernhaus, Markthalle, den Hauptbahnhof oder die neue B&#246;rse. Frankfurt ist der f&#252;hrende B&#246;rsenplatz und in Fechenheim und Griesheim rauchen die Schlote der Farbfabriken. Arbeiter und Angestellten entwickeln neues Selbstbewusstsein, Sozialpolitik wird zum Aufgabenfeld der Stadt. Der Frankfurter f&#228;hrt jetzt Dampflok &#8211; bis zur n&#228;chsten H&#228;utung. <em>Von Anita Strecker</em></p>
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		<title>Wilhelm Hauff &#252;ber den W&#228;ldchestag</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Jun 2009 12:31:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wilhelm Hauff</dc:creator>
				<category><![CDATA[19. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Feste, Feiern, Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitzeuge]]></category>
		<category><![CDATA[Bornheim]]></category>
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		<description><![CDATA[Kommt man um die Zeit des Pfingstfestes nach Frankfurt, so sollte man meinen, es gebe keine heiligere Stadt in der Christenheit; denn sie feiern daselbst nicht wie z. B. in Bayern 1½, oder, wie im Kalender vorgeschrieben, 2 Festtage, sondern sie rechnen vier Feiertage; die Juden haben deren sogar f&#252;nf, denn sie fangen in Bornheim [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Kommt man um die Zeit des Pfingstfestes nach Frankfurt, so sollte man meinen, es gebe keine heiligere Stadt in der Christenheit; denn sie feiern daselbst nicht wie z. B. in Bayern 1½, oder, wie im Kalender vorgeschrieben, 2 Festtage, sondern sie rechnen vier Feiertage; die Juden haben deren sogar f&#252;nf, denn sie fangen in Bornheim ihre heiligen &#220;bungen schon am Samstag an, und der Bundestag hat sogar acht bis zehn. </p>
<p>Diese Festtage gelten aber in dieser Stadt weniger den wunderbaren Sprachk&#252;nsten der Apostel, als mir. Was die ber&#252;hmtesten Mystiker am Pfingstfeste morgens den guten Leutchen ans Herz gelegt, was die immensesten Rationalisten mit moralischer Salbung verk&#252;ndet hatten, das war so gut als in den Wind gesprochen. Die Fragen: ob man am Montag oder am Dienstag, am zweiten oder dritten Feiertag ins W&#228;ldchen gehen, ob es nicht anst&#228;ndiger w&#228;re, ins Wilhelmsbad zu fahren, ob man am vierten Feiertag nach Bornheim oder ins Vauxhall gehen solle, oder beides, diese Fragen schienen bei weitem wichtiger, als jene, die doch f&#252;r and&#228;chtige Feiertagsleute viel n&#228;herlag, ob die Apostel damals auch Englisch und Plattdeutsch verstanden haben?<br />
<b>Aus: &#8220;Mein Besuch in Frankfurt&#8221;</b></p>
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		<title>Bornheim ist ber&#252;chtigt</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Sep 2008 11:46:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl Julius Weber</dc:creator>
				<category><![CDATA[19. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Bornheim]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Julius Weber]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitzeuge]]></category>

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		<description><![CDATA[Bornem ist ber&#252;chtigt und mit Recht, aber man kann auch recht honnêtement dahin gehen, es gibt durchaus unstr&#228;fliche Gasth&#228;user und G&#228;rten. Ich selbst habe manchen vergn&#252;gten Abend da in Gesellschaft verlebt, keusch wie Josef &#8211; aber das Ort hat einmal einen b&#246;sen Namen! Aus: Briefe eines in Deutschland reisenden Deutschen, 1828]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Bornem ist ber&#252;chtigt und mit Recht, aber man kann auch recht honnêtement dahin gehen, es gibt durchaus unstr&#228;fliche Gasth&#228;user und G&#228;rten.  Ich selbst habe manchen vergn&#252;gten Abend da in Gesellschaft verlebt, keusch wie Josef &#8211; aber das Ort hat einmal einen b&#246;sen Namen!<br />
<b>Aus: Briefe eines in Deutschland reisenden Deutschen, 1828</b> </p>
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