Börse

Frankfurt ist die Universität der Kellner

Heinrich Laube
Jetzt ist es wunderlich gemischt aus alten, verdrießlichen Gassen und neuweißen Straßen, aus bürgerlicher Freiheit und Fürstenmacht, aus Kaufmannschaft und Diplomatie. Wie eine silberne Fassung garnieren und durchschneiden die Schöne Aussicht, die „Millionärsstraße" und die Zeil das aufeinandergehäufte Kupfer der übrigen Stadt. Grün und lockend beschatten die Promenade, das Buschwerk der Landhäuser und der fern winkende, blaue Taunuswald die Kaufmannsstadt. Siegreich über alle anderen Geschäfte entstehen Hotels in modernster Form. Frankfurt ist die Universität der ...


Preußische Provinzstadt Frankfurt

Monika Gemmer
Hufe klappern über Kopfsteinpflaster. Ein Pferdeomnibus fährt Sonntagsausflügler zum Oberforsthaus, andere pilgern über die Heide in den Nachbarort Bornheim zum Tanz. Oder zur neuen Galopprennbahn nach Niederrad. Oder flanieren über den Roßmarkt, der noch direkt in die Hauptwache übergeht, und setzen sich unter die Bäume des Goetheplatzes. Eigentlich wie immer. Freies Sonntagsleben in einer freien Stadt. Aber das ist Frankfurt nicht mehr.


Börse

Monika Gemmer
Kaufleute aus allen Ecken des Reiches brachten seit dem frühen Mittelalter Bargeld in die Stadt. Immer zur Messezeit klimperten in Frankfurt Münzen, so verschieden wie die Gebiete, in denen sie geprägt worden waren. Die Unübersichtlichkeit beim Münzgeld begünstigte Betrug und Wucher. Die Frankfurter erkannten: Einheitliche Wechselkurse mussten her.


Hier zählt nichts als Geld und Wechselkurs

Zeitzeuge
Die neue Stadt Frankfurt kam mir vor wie eine große Fabrik, die aus vielerlei Gebäuden besteht und deutlich das Gepräge einer Geldgeschichte in sich trägt, d. h. nach dem Wachstume des Capitals der Einwohner jedes Jahr einige Häuser mehr bekam. Der blühende Handel in derselben ist wahrlich nicht zu verachten: in einer großen Stadt ohne Verkehr herrscht in der Regel weder Moralität noch Frohsinn. Aber in Frankfurt artet die Sucht nach Geld doch zu sehr ...