Hirschkuh und Frankenfurt
Von: Monika Gemmer | Abgelegt unter: 08. Jahrhundert, Ereignisse, Frankfurt-Lexikon, GründungEine weiße Hirschkuh spielt in der Geschichte um die Gründung Frankfurts eine zentrale Rolle. Sie soll vor Karl dem Großen aufgetaucht sein, als dieser mit seinen Truppen auf der Flucht vor den Sachsen plötzlich vor einem nebelverhangenen Fluss – dem Main – stand und nicht weiter wusste. Die Hirschkuh, so heißt es, fand für sich und ihr Kalb eine sichere Furt über den Fluss und wies dem Frankenkönig so den Weg. Der baute aus Dankbarkeit an dieser Stelle eine Königspfalz und nannte sie “Furt der Franken”.
Soweit die Legende.
Sicher ist, dass Karl der Große den Ort, der Franconofurt, Frank ane Furth, Francenford oder auch Frangkenfort genannt wurde, im Jahr 794 erstmals zum Schauplatz des Reichtages gemacht hat, einer jährlichen Versammlung von kirchlichen und weltlichen Amtsträgern. Sein Enkel Ludwig der Deutsche wählte Frankfurt im Jahr 843 zu seiner Hauptresidenz. Zwölf Jahre später wurde mit Lothar II. in der Stadt zum ersten Mal ein König gewählt, ab 1356 ist Frankfurt offizielle Wahlstadt der Könige und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches.
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