“Kristallnacht” in Frankfurt
Verbrannt wurden die Synagogen Friedberger Anlage, Börnestraße, Liebigstraße. Da das Feuer in der Synagoge Friedberger Anlage zunächst nur begrenzten Schaden anrichtete, wurde auch an den folgenden Tagen, insgesamt vier Mal, erneut der Brand unter Benutzung von Benzinfässern und dergleichen entfacht, wodurch der Volksmenge wiederholt ein Schaustück bereitet wurde. Nachdem die Inneneinrichtung der Synagogen ausgebrannt war, wurde die Gemeinde von der Polizei aufgefordert, wegen Einsturzgefahr die Gebäude auf eigene Kosten abzubrechen. Mit dem Abbruch Friedberger Anlage wurde sofort am 17. November begonnen. Die Polizei hat nachträglich die Juden selbst der Brandstiftung an den Synagogen verdächtigt und eine dementsprechende formale Strafanzeige erlassen.
Aus dem Brief eines Juden über die sog. Reichskristallnacht am 9. Nobember 1938
Auf den Straßen der Gauhauptstadt Frankfurt am Main strömten Zehntausende zusammen, die gegen Mittag in so unermesslichen Scharen die Straßen füllten, dass der Fahrverkehr nur unter großen Schwierigkeiten aufrecht erhalten werden konnte. Die Menschenmassen forderten in ihren Rufen Rache für den jüdischen Meuchelmord in Paris und verlangten in ununterbrochenen Sprechchören die Entfernung der Juden aus Deutschland. Die jüdischen Geschäfte wurden von den Massen der aufs Tiefste erregten Männer und Frauen gestürmt. Trotz der außerordentlich großen Erbitterung, die dem jüdischen Treiben ein für allemal Einhalt gebieten wollte, kam es nirgendwo zu Plünderungen. Sämtliche Frankfurter Synagogen fielen der allgemeinen und von allen Bevölkerungsschichten getragenen, mitreißenden Demonstration zum Opfer.
Der NS-Gaudienst Hessen-Nassau über die Vorgänge am 9. November 1939
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