Friedrich Wilhelm lässt nicht locker
Wie ärgerlich, dass diese heillosen Schwätzereien mich des Glücks beraubten, Sie wiederzusehen. (…) Es gibt keinen Plan, den ich nicht schon erwogen hätte, um Sie wiederzusehen, und ich gebe es nicht auf, einen ausführbaren zu finden. (…) Darf ich hoffen, dass Sie mir öfter schreiben?
Alles hat meinen Anteil, was von Ihnen kommt. Als ich heute die Aufschrift Ihres Siegels prüfte, kam mir der Wunsch, dass der glückliche Sterbliche, dem Sie einstens angehören werden, den ganzen Wert dieses Glückes fühlen und sich dessen würdig machen möge, wie ich es tun würde, wenn ich an seiner Stelle wäre. So denkt und wird immer denken Ihr ergebener und gehorsamer Diener F. W.
20. April 1793
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Von Friedrich Wilhelm II.
Im Blog veröffentlicht am Freitag, 9. Mai 2008
Abgelegt unter 18. Jahrhundert, Friedrich Wilhelm II., Zeitzeuge
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Hintergrund: Der Preußenkönig Friedrich Wilhelm II. vertreibt Ende 1792 die Franzosen aus Frankfurt - und verliebt sich bei dieser Gelegenheit Hals über Kopf in die Frankfurter Bankierstochter Sophie Bethmann-Metzler.
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Tags: Liebespaare, Sophie Bethmann-Metzler
Ich werde bis 10 Uhr bleiben. Würde es Ihnen möglich sein? Würden Sie wollen? Darf ich zu hoffen wagen? Welches Glück, wenn ich Sie wiedersehen könnte, aber – ! Was auch geschehen mag, was für Wetter es auch sein mag, ich werde dort sein, und ich werde wenigstens die Genugtuung haben, zwei Stunden lang nur ein Meile von Frankfurt entfernt zu sein.
9. April 1793
Der König schlägt hier ein Treffen am Oberforsthaus vor; Sophie lässt sich darauf ein, erscheint aber vorsichtshalber in Begleitung ihrer Mutter.
Ich kann nur immer wieder dasselbe sagen, dass Ew. Majestät zu gut sind! Zu gut gegen mich wie gegen die ganze Welt. Es ist dabei eine Art von liebenswürdigem Despotismus im Spiele: Ew. Majestät zwingt alle Welt, Sie zu lieben. Man braucht nur mit Ihnen gesprochen zu haben, so ist man von Ihrer Güte durchdrungen, widmet Ihnen die aufrichtigste Anhänglichkeit. (…)
Es wird uns aber unmöglich sein, nächsten Samstag an den fraglichen Platz zu kommen, einmal physisch und dann, weil unsere neuliche Promenade allzuviel Gerede unter den Leuten hervorgerufen hat. Schon ehe wie wieder in der Stadt zurück waren, wusste man hier etwas von der besonderen Gnade, die uns durch das Zusammentreffen und durch das gemeinsame Frühstück mit Ew. Majestät zu Teil geworden war und wir wurden mit Fragen bestürmt, die manchmal mit einiger Ironie gewürzt waren.
19. April 1793
Nach dem Treffen am Oberforsthaus hatte der König ein weiteres Rendezvous vorgeschlagen.
Wird das nun eine Zitatenrunde zur dem dicken Lüderjahn? Ich finde es ehrlich gesagt ein wenig Schade, dass die Hohenzollern nicht das gleiche Schicksal wie die Romanows erfahren haben. Obwoh das keine Ironie ist, würde ich trotzdem mal gerne wissen ob der “liebenswürdige Depsotismus” heute auch noch so ankommt? Wenn ich nach Frankreich, Italien oder Russland schaue, vermute ich: ja. Dabei haben zwei dieser drei Staaten ihre Könige geköpft und Italien hat sich immerhin in einer demokratischen Wahl von ihren Despoten getrennt.