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Ein Fürst muss es sein - Frankfurt Story » Das Stadtgeschichte-Blog zu Frankfurt am Main

Ein Fürst muss es sein

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Wer soll die Zentralgewalt schaffen? Meine Herren! Ich tue einen kühnen Griff, und sage Ihnen, wir müssen die provisorische Zentralgewalt selbst schaffen. (Lang anhaltender stürmischer Beifall.) Die Majorität dieser Versammlung scheint mehr und mehr zu der Ansicht gekommen zu sein, die auch ich teile, dass die künftige Zentralgewalt einem Reichsverweser mit verantwortlichen Ministern übertragen werden müsse (…) Wollen wir, wie jetzt unzweifelhaft, der Mehrheit nach, einen, so ist ein Mann, hochstehend, gefunden, der der Unterstützung der Nation für die höchste Stelle sich wert gezeigt hat und ferner wert zeigen wird.

Aus der höchsten Sphäre müssen wir den Reichsverweser nehmen; denn es gibt keinen Privatmann, der unter solchen Umständen das Amt übernehmen könnte, wie vielleicht einzelne oder auch Parteien gedacht haben. (Auf der Rechten vielstimmiges Bravo.) (…)

Meine Herren! Nachdem ich diese Frage vor Ihnen erörtert habe, wird man (zur Linken gewendet) mir nicht den Vorwurf machen, als habe ich das Prinzip der Souveränität der Nation aufgegeben (…) Und auch darin wird keine Abdankung dieses Prinzips gefunden werden können, wenn etwa meine Meinung, wie sie es wirklich ist, die sein sollte, dass die hochstehende Person ein Fürst sein müsse, was auch Sie einräumen können, nicht weil es, sondern obgleich es ein Fürst ist. (Allgemeines wiederholtes Bravorufen und Händeklatschen in der Versammlung und auch den Galerien.)

Meine Herren! (Zur ganzen Versammlung.) Es ist Ihnen vorhin viel Schlimmes gesagt worden von den Fürsten; ich habe diesen Hass gegen die Fürsten nicht mit auferzogen, und die Liebe zu den Menschen war mir immer näher. (Auf der Rechten lebhaftes Bravorufen.) Aber, meine Herren, einen Hass gegen ganze Generationen zu tragen, ohne die Personen zu bezeichnen, die etwa des Hasses wert sein könnten, das ist nicht großmütig! (Auf der Rechten und auf der Galerie vielfaches, anhaltendes Bravo.) (…)

Einigen wir uns, soweit Einigung möglich! Opfern wir, was zu opfern ist, um zu erhalten und den Übergang zu erleichtern zu besseren Zuständen. (…) Wir stellen nicht die Freiheit bloß, und wir schaffen die Einheit unseres Volkes und Vaterlandes, nach der wir schon so lange uns sehnten. (Stürmischer, lang andauernder Beifall von allen Seiten der Versammlung und von den Galerien.)

Paulskirche, Juni 1848, Stenografischer Bericht

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    Hintergrund: Während die Parlamentarier in der Paulskirche über eine Verfassung beraten, muss eine vorläufige Regierung ins Amt. Eine der ersten Diskussionen in der Nationalversammlung dreht sich um die Frage: Wer wird "Reichsverweser"? Mehr dazu ...
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