Zeitzeuge

Plünderung der Judengasse

Zeitzeuge
Plünderung der Judengassen zu Frankfurt am Main den 22. August 1614. Nach Mittag um 5 Uhr von den Handwerksgesellen angefangen und die ganze Nacht durchkontinuiert, da dann ein Bürger und 2 Juden gar tot blieben, viel aber beiderseits beschädigt worden, bis ihn endlich als sie bis in die Hälfte der Gassen kommen, von der Bürgerschaft gänzlich abgewehrt worden. Beschreibung unter einem zeitgenössischen Kupferstich Auszug der Juden den 23. August, da man ihnen das Fischerfeld-Pförtlein eröffnet und sie ...


Über den Römer

Zeitzeuge
Wer auf dem Römerberge vor dem Rathaus steht, im Hintergrunde prächtig herrschend den Bartholomäusdom aufragen sieht, den Weg überblickt, den die Kaiser unter Glockenläuten zur Krönung zogen, dem wird, wenn er die Geschichte seines Volkes auch nur in großen Zügen kennt, Stolz und Andacht das Herz ergreifen. Der Bogen, den die das Rathaus umgebenden Häuser bilden, gleicht in seinem sanften Schwunge einem Diadem, dessen Mitte der denkwürdige Römer mit Limpurg und Frauenstein einnimmt. Ungleich ...


Über den Römer

Zeitzeuge
Auf vielen Häusern sind Türme, Basen, Schnörkelwerk und anderer Zierrat angebracht; besonders sind in dieser Hinsicht der Samstagberg und der Römerberg auffallend. Ich glaube kaum, dass in irgend einer Stadt auf einem Platze so verschiedenartig gebaute Häuser nebeneinander stehen, als hier. Fast jedes hat eine andere Form; manches darunter eine wunderliche und abenteuerliche. Hätte Hofmann hier gelebt, er hätte sich gewiss vom Römerberg Stoffe zu einigen phantastischen Erzählungen geholt. Johann Ludwig Deinhardstein, 1831


Napoleon droht Frankfurt Prügel an

Zeitzeuge
23. September 1804: Napoleon empfängt in Mainz deutsche Gesandte, darunter Adolf Karl von Humbracht und Johann Wilhelm Metzler aus Frankfurt. Napoleon: War Eure Messe gut? Wie lange dauert sie? Humbracht: Etwas besser als die vorhergehenden; sie dauert drei Wochen. Napoleon: Seid Ihr reich? Humbracht: Wir haben viele Schulden. Napoleon: Aber Ihr habt doch viele ...


Da ist Goethe!

Rahel Varnhagen
Wir fahren zu einem herrlichen Tore hinaus, an einem herrlichen Kai am Main vorbei, an kultivierten Gärten in der wohlhabenden Gegend, durch Weingefilde, im köstlichsten, gesündesten Wetter, nach einem Forsthause, wo man Kaffee nimmt; dort gehen wir im Walde spazieren; wir treten endlich aus dem Wald, sehen eine weite schöne Wiese, am Ende ein hell beschienenes Dorf. Der Herr fragt, ob wir das sehen wollen. Ich sage, die Sonne sei zu stark, lieber später; er ...


Der Magen ist die Hauptperson

Heinrich Laube
Man muss es freilich den Frankfurtern lassen, dass sie durch ihre Kochkünstlichkeit alle Leiden und Entbehrungen dieses Lebens überwinden, denn der Magen wird hier als eine Hauptperson des menschlichen Körpers betrachtet.