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Frankfurt-Lexikon

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Themen:



Schiller in Frankfurt

Als sich Friedrich Schiller im Jahr 1782 zum ersten Mal auf dem Weg nach Frankfurt begibt, ist er so arm, dass er sich die Postkutsche nicht leisten kann. Er bei seinem dritten Besuch liegt ihm die Stadt zu Füßen.

Schlacht von Cronberg

Wenn die alten Reifenberger - tief im Innern des Landes, da gibt es sie noch - am Stammtisch so richtig gut drauf sind, dann erzählen sie die Geschichte der Schlacht von Cronberg. Wie man damals - weißte noch, 1389? - den Frankfurtern so richtig eins auf die Mütze gegeben hat, hei, war das ein Spaß! Genützt hat es langfristig allerdings nix, denn jetzt sind sie wieder im Hochtaunus, die Frankfurter, und kaufen die Baugrundstücke auf ...

Senckenberg

Johann Christian Senckenberg Der gute Mensch aus Frankfurt muss einen ganz furchtbaren inneren Kampf geführt haben. Erfüllt von "altruistischen Idealen für Menschenglück", so schreibt August de Bary 1947 in seiner Biografie, habe Johann Christian Senckenberg zwischen Selbstüberhöhung und Minderwertigkeit stets in seelischem Konflikt um "Ausgeglichenheit und sittliche Makellosigkeit" gerungen. Es ist Senckenbergs Studienzeit, die de Bary mit diesen Worten beschreibt - noch ist der Mann kein Stifter, noch kennt er seine späteren Ehefrauen nicht. Er wird sie allesamt überleben, dieser sittlich Makellose.

Senckenberg & Co: Der Club der reichen Gönner

Sie waren reich - und sie gaben ab: Viele Einrichtungen in Frankfurt gehen auf Wohltäter früherer Zeiten zurück. Allen voran: Johann Christian Senckenberg.

Silvester

silvester
"Über die letzte Jahrhundertfeier in Frankfurt ist aus den damaligen Zeitungen nichts zu ermitteln. Es ist eine sehr merkwürdige Erscheinung, dass in jener Zeit kein Wert darauf gelegt wurde, die Stimmung einer Stadt irgendwie in der Presse zum Ausdruck zu bringen."

Spektakuläre RAF-Festnahme in Frankfurt

Im Sympathisanten-Nest Frankfurt nahm die Polizei 1972 Baader, Meins und Raspe fest.

Sperrbatzen-Krawall

Mit entschlossenen Mienen ziehen im September 1830 Männer zur Zollstation an der Mainkur, der Grenze zwischen Frankfurt und Kurhessen. Sie verschaffen sich Zutritt, schlagen das Mobiliar kurz und klein, werfen die verhassten Formulare ins Feuer: Protest dagegen, dass man Geld bezahlen soll, wenn man von einem Territorium zum anderen will.

Startbahn West: Tödliche Schüsse auf Polizisten

Trauer um tote Polizisten Einsatzgruppen der Polizei treiben Demonstranten durch die morastige Wiese vor der Südspitze der Startbahn West Richtung Gundbach. Nebel hängt über dem Gelände, es ist stockfinster. Nur die Mauer vor der neuen Startbahn steht im gleißenden Lichtkegel.

Städel

Das StädelNatürlich muss er sich auch in diese Geschichte reinhängen, unser G. Als nämlich der olle Geheimrat Goethe im August und September 1815 auf einer seiner später in "Am Rhein, Main und Neckar" beschriebenen Reisen in seiner Heimatstadt weilt, besucht er auch die zwei renommierten Frankfurter Johann Friedrich Städel und Ludwig Daniel Jassoy.

Straßenbahn – die “Knochemiehl”

Die Frankfurter hatten schnell einen Namen für das neue technische Wunderwerk parat: "die Knochemiehl". Die erste elektrische Straßenbahn nämlich zeichnete sich durch die Kombination von vergleichsweise hoher Geschwindigkeit (18 km/h), schlechter Federung, schmaler Spur und bereiften Holzrädern aus. Das Ergebnis: Der Passagier wurde die ganze Fahrt lang kräftig durchgeschüttelt. In unregelmäßigen Abständen sprang das Ungetüm von Tram aus den Schienen. Dann konnten zumindest die männlichen Fahrgäste die verspannten Muskeln durch Ausgleichssport lockern, galt es doch, die Bahn mit kräftigem Hauruck wieder in ihre einen Meter breite Schienenspur zu heben.

Straßennamen – wenn der Zeitgeist sie ändert

Wenn Straßen umbenannt werden, ist das oft ein Zeichen dafür, dass der Wind sich dreht. Die Frankfurter Straßen und Plätze, die nach NS-Größen benannt worden waren, wurden nach dem Krieg flugs umgewidmet. Manchmal muss aber ein alter Name auch aus anderen Gründen weichen.

Straßennamen – wer entscheidet darüber?

Wer gibt den Frankfurter Straßen die Namen? Hand aufs Herz, wer weiß schon so genau, wer der Gasse den "Schäfer" oder der Straße den "Kurt-Schumacher" vorangestellt hat. Wir lüften das Geheimnis.

Suhrkamp-Verlag

Als der Suhrkamp Verlag im Jahr 2000 seinen 50. Geburtstag im Frankfurter Schauspiel feierte, kam es zu einer Art Eucharistie des Wortes. 13 Autoren, darunter Martin Walser, Hans Magnus Enzensberger und Christoph Hein, lasen aus den Werken von Peter Weiss, Max Frisch, Robert Walser und Paul Celan: die großen Verstorbenen des Verlages, den Siegfried Unseld im Jahre 1959 nach dem Tod von Peter Suhrkamp in alleiniger Regie übernahm. Dramaturg dieser dreieinhalbstündigen Feier des gedruckten Wortes im Frankfurter Schauspiel war Siegfried Unseld selbst. Verlagsmitarbeiter hatten ihn gewarnt. Man könne die zum Feiern bestellten Gäste, unter ihnen Bundeskanzler Schröder, nicht einem trockenen Lesemarathon aussetzen. Vergeblich. Unseld blieb bei seiner Festanordnung, nach der die Lesenden nichts zelebrierten als das dichterische Wort.

Susette Gontard und Friedrich Hölderlin

Susette Gontard als Diotima Warum sind sie bloß so früh zur Welt gekommen? 200 Jährchen später hätte alles ganz anders ausgesehen. Der Hauslehrer hätte seine Arbeitgeberin verführt, sie wäre mit ihm durchgebrannt, der gehörnte Ehemann hätte sein Elend unter dem Siegel der Verschwiegenheit als Serie einem Boulevard-Blatt anvertraut, und zwei Monate später wäre die Geschichte selbst als Party-Thema durch gewesen. Stattdessen wurden zwei Leben zerstört. Der Hausherr schlug auf den Tisch und jagte den Nebenbuhler davon. Der wurde zwar ein berühmter Dichter, starb aber in geistiger Zerrüttung. Der Ehemann setzte ungerührt seine Erfolgsgeschichte als Kaufmann fort, die Hausfrau und Mutter siechte vier Jahre lang in ihrer Sehnsucht dahin und starb am 22. Juni 1802 im Alter von nur 33 Jahren. Doch Susette Gontard, jene schöne Frankfurter Kaufmannsgattin, ging als "Diotima", Hölderlins Muse, in die Literaturgeschichte ein.

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